DEUTSCH
HOFFMANN-LEICHTER
Während durch technologische Fortschritte die Sicherheit in den Fahrzeugen verbessert und auch die Schwere der Unfälle deutlich herabgesetzt wurde, werden immer noch Straßen geplant und gebaut, bei denen die Möglichkeiten einer verkehrssicheren Gestaltung nicht vollständig ausgeschöpft ist werden. Nach der allgemeinen Auffassung ist Sicherheit im Straßenwesen dann gewährleistet, wenn die Vorgaben der Regelwerke eingehalten werden. Dennoch kommt es auch auf neuen Straßen zu schweren Unfällen, teilweise sogar zu Unfallhäufungen, die auf unübersichtliche Straßen-gestaltungen schließen lassen. Vor dem Hintergrund der Ziele des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC), die Zahl der Verkehrstoten in Europa drastisch zu verringern, steigen auch die Erwartungen an Straßenplanungen hinsichtlich der Verkehrssicherheit. Das höchste Konfliktpotenzial im Verkehrsablauf ergibt sich auf Innerortsstraßen, jedoch sind die Folgen von Unfällen auf Außerortsstraßen schwerer. Für uns steht bei Planungen die Verkehrssicherheit im Fokus. Wir möchten dazu beitragen, präventiv sowohl die Anzahl der Unfälle insgesamt als auch die Schwere der Unfälle nachhaltig zu reduzieren. Mit Hilfe des Sicherheitsaudits von Straßen (SAS) als Instrument der Verkehrssicherheitsarbeit werden Straßenneubauprojekte sowie Aus- und Umbaumaßnahmen als Grundlage für die Abnahme der einzelnen Leistungsphasen bzw. zur Qualitätssicherung der eigenen Planung hinsichtlich der Verkehrssicherheit systematisch überprüft. Bisherige Erfahrungen mit Sicherheitsaudits haben gezeigt, dass durchweg eine Erhöhung der Verkehrssicherheit erzielt werden konnte, wobei die Kosten für dieses Verfahren weit unter einem Prozent der tatsächlichen Straßenbaukosten lagen. Berücksichtigt man die erheblichen Einsparungen durch verhinderte Unfälle, ergibt sich aus der Durchführung von Sicherheitsaudits ein hoher volkswirtschaftlicher Nutzen. Bei einem Sicherheitsaudit handelt es sich um eine frühzeitige systematische und unabhängige Ermittlung der möglichen Sicherheitsdefizite bei Planung, Entwurf und Bau von Straßen. Das Audit wirkt als „Unfallprophylaxe“ und gehört für den Auftraggeber zum Qualitätsmanagement. Für die Durchführung von Sicherheitsaudits liegen seit geraumer Zeit die Empfehlungen für das Sicherheitsaudit von Straßen (ESAS), Ausgabe 2002, vor. Der Bundesminister für Verkehr empfiehlt bereits seit 2002, bei allen Planungen und Entwürfen von Neu-, Um- und Ausbaumaßnahmen an Bundesfernstraßen die ESAS als Grundlage für die Abnahme der einzelnen Leistungsphasen bzw. zur Qualitätssicherung der eigenen Planung zu beachten. Im Interesse einer einheitlichen Vorgehensweise wird empfohlen, die ESAS 2002 für alle Straßen anzuwenden. Integration des Sicherheitsaudits in den Projektablauf: - Auditphase 1 - Vorplanung - Auditphase 2 - Entwurfsplanung - Auditphase 3 - Ausführungsplanung - Auditphase 4 - Verkehrsfreigabe Bei der Planung von Straßen ist eine ganzheitliche Betrachtung aller Belange wichtig. Das Sicherheitsaudit hingegen schenkt dem Aspekt der Verkehrssicherheit in allen Planungsphasen (Vorplanung, Entwurfsplanung, Ausführungsplanung und Verkehrsfreigabe) eine besondere Beachtung. Nachdem das Sicherheitsaudit durchgeführt wurde, wird in einem umfassenden Abwägungsprozess der Belang der Verkehrssicherheit mit allen übrigen Belangen durch den Straßenbaulastträger abgewogen. Das Sicherheitsaudit kann somit in verschiedenen Phasen eines Projekts integriert werden. Allgemein ist eine frühzeitige Einbindung sinnvoll, da so der Aufwand für folgende Auditphasen entsprechend geringer ausfällt und auch Änderungen in der Planung leichter durchgeführt werden können. Sicherheitsaudits können generell für alle Straßen durchgeführt werden. Grund ist, dass sich keine Kriterien zur Projektabgrenzung wie z. B. Straßenkategorie, Kosten und Baulastträger für die Durchführung eines Sicherheitsaudits angeben lassen. Auch die Projektgröße (Kosten, Verlagerungen) kann kein Ausgrenzungskriterium sein, denn selbst bei kleinen Projekten haben sich große Sicherheitsdefizite herausgestellt. Planungen, bei denen Sicherheitsaudits durchgeführt werden, profitieren von verschiedenen positiven Effekten. Der konkrete Nutzen spiegelt sich insbesondere wieder in: - der langfristigen Vermeidung von Unfällen, Unfallfolgen und Unfallkosten (üblicherweise deckt ein verhinderter Unfall in 10 Jahren bereits die Kosten eines Sicherheitsaudits ab) - Einsparung von Kosten durch Vermeidung des Aufwands bei Bau und Planung (z. B. Wegfall von Knotenpunkten bei Ortsumgehungen) - der Vermeidung von Änderungen nach Fertigstellung der Baumaßnahme - der Vermeidung von Eingriffen nach Verkehrsfreigabe - der Verbesserung der Straßenentwürfe Die Kosten für ein Audit sind im Verhältnis zu den vermeidbaren Unfallkosten sehr gering. Das primäre Ziel eines Sicherheitsaudits begründet sich in der Optimierung der Verkehrssicherheit. Es sollen daher Straßen im Neu-, Um- oder Ausbau so sicher wie möglich gestaltet werden, um Unfallgefahren zu minimieren. Die Ziele eines Sicherheitsaudits bestehen im: - Aufdecken und Vermeiden von Sicherheitsdefiziten bei der Planung von Straßen, - Optimieren der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, - Reduzieren von Unfallkosten, - Vermeiden zusätzlicher Kosten für einen späteren Umbau von Unfallschwerpunkten Dieser Prozess soll bewirken, dass die neu-, um- oder ausgebaute Verkehrsanlage dem Bedürfniss der Verkehrssicherheit für alle Verkehrs-teilnehmer (Kraftfahrer, Radfahrer und Fußgänger) gerecht wird und Sicherheitsrisiken minimiert werden.
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